Unterdrückte Wut Symptome - Umgang mit unterdrückter Wut aus der Kindheit

Umgang mit unterdrückter Wut aus der Kindheit

Welche Symptome auf unterdrückte Wut hindeuten, Was unterdrückte Wut mit Deiner Kindheit zu tun hat und wie der richtige Umgang mit unterdrückter Wut aus der Kindheit gelingt, erfährst Du hier:

Ich selber habe lange Zeit über meine eigene Wut unterdrückt oder “verheimlicht”. Im Gegensatz dazu fiel es mir schon immer leichter, mir Traurigkeit zuzugestehen und diese zuzulassen.

Wenn ich zum Beispiel mit meiner Hündin Gassi gegangen bin und diese mich etwas genervt und wütend gemacht hat, war mir das lange Zeit über sehr unangenehm. Ich habe mich immer etwas geschämt und danach geschaut, ob jemand vielleicht sehen könnte, dass ich wütend auf meine Hündin bin und vielleicht etwas falsches über mich denken könnte. Ich hatte richtig Angst vor der Verurteilung der anderen Leute, sodass ich meine Wut lieber unterdrückt und versteckt habe, auch wenn sie spürbar da war. Dazu kamen natürlich noch meine eigenen verurteilenden Gedanken darüber, dass ich als Heiler und Coach doch nicht wütend sein darf, schließlich müsse ein Heiler ja alle Gefühle “durchtransformiert” haben und im Frieden mit sich selbst sein… Nein muss er natürlich nicht! Denn Wut, wie alle anderen Emotionen auch, darf und will fließen, sich ausdrücken.

Ich möchte das ganze auch mal etwas aus der Bewertung herausnehmen, denn Freude und alle positiven Emotionen sind oft willkommen, während Emotionen wie Wut oft negativ bewertet werden. Dabei steckt hinter der Wut oder Aggression auch eine enorme Kraft.

Ich kenne das aus persönlicher Erfahrung: Als ich vor einigen Jahren einen heftigen Burnout erlebt habe, war zuerst scheinbar nur Traurigkeit da. Später habe ich gemerkt, dass hinter dieser Traurigkeit eigentlich ganz viel Wut steckte. Und hinter der Wut oder durch die Wut kam dann wieder die Kraft um mein Leben völlig zu verändern.

Also merke Dir: Hinter der Wut kommt immer die Kraft!

Du kennst es bestimmt selber: Wenn Du so richtig wütend bist und alles kaputt schlagen willst, dann spürst Du da auch eine enorme Kraft!

Die Frage ist hier nur: Wie setzt Du diese Kraft ein? Konstruktiv oder destruktiv? Spürst Du Deine Wut überhaupt noch?

Welche Symptome hast Du bei unterdrückter Wut?

Und wie kannst Du mit Deiner Wut bzw. unterdrückten Wut umgehen? Aus meiner Klienten-Arbeit kann ich sagen, dass Symptome von unterdrückter Wut häufig Entzündungen sind. Dies zeigt sich z.B. durch Rötungen oder Schwellungen der Haut, durch z.B. Anschwellen des Halses („Ich hab‘ so einen Hals!“) oder der Leber („Mir liegt was auf der Leber.“). Häufig schlucken wir herunter, was wir eigentlich gerne sagen würden. Auch dies kann Krankheiten aller Art erzeugen und häufig eben auch Entzündungen.

Die Ursache hierfür ist, dass wir in der Kindheit natürlich schon mal wütend gewesen sind: 

Wie war es, als Du wütend warst? Hattest Du Eltern und Lehrer, die es dir erlaubt haben wütend zu sein? Durftest Du Deiner Wut Raum geben? Oder hast Du Ablehnung erfahren? So nach dem Motto „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ und Gefühle wie Traurigkeit dürfen nicht da sein?

Versuche Dich mal an Kindheitssituationen zu erinnern. Durftest Du richtig wütend sein – schreien und trappeln? Durftest Du deine Wut ausleben? Wenn ja, ist das Gefühl bei Dir sicherlich gut im Fluss. War dies das nicht der Fall, könnte das eine Ursache sein, dass Du häufig Wut runterschluckst und das Gefühl hast, dass Dich keiner mehr lieb hat, wenn Du wütend bist. Denn durch das nicht Ausleben dürfen der Wut in deiner Kindheit oder die Reaktion Deiner Eltern bzw. Umgebung, wenn Du wütend warst, hast Du eine Konditionierung erfahren: „Ich darf nicht wütend sein, denn dann mag mich keiner mehr.“ Wenn Du die Wut dadurch Dein Leben lang runterschluckst, ist es schwer wieder ins Fühlen und Spüren zu kommen.

Aber, es gibt eine Lösung!

Nimm alles, was du fühlst und spürst, liebevoll an. Versuche zu spüren, wenn sie sich in Deinem Körper z.B. in der Halsgegend durch Hals- oder in der Bauchgegend durch Bauchschmerzen zeigt. Wenn es Dir schwer fällt, wieder in das Spüren hineinzukommen, dann gibt es dafür viele verschiedene Übungen und die Möglichkeit, Dich professionell unterstützen zu lassen. So kannst Du den Kanal des Fühlens und Spürens wiederherstellen.

Die zweite Lösung ist natürlich, wie bei allen anderen Dingen auch, dem anderen die Dinge einfach mitzuteilen:

Was ist Dein Gefühl, was ist Dein Bedürfnis und was brauchst Du?

Das kann so heilsam sein – Du musst ja nicht gleich jemandem eine reinhauen, schon gar nicht deinem Chef. Aber du kannst natürlich mitteilen, dass du Dich wütend fühlst. Dafür ist der andere ja nicht schuld, sondern er trifft einen Trigger in Dir.

An dieser Stelle lade ich Dich ein Dein inneres kleines Kind, dass damals wütend gewesen ist und nicht die Erlaubnis hatte wütend zu sein, innerlich in den Arm zu nehmen. Wichtig ist aber, die Wut erst mal da sein zu lassen. Du darfst wütend sein! Nimm sie dann liebevoll an und frage Dich, ob Du auf etwas wütend bist oder spürst Du einfach nur die Wut in Dir?

Ein Schlüssel zu vielen Krankheiten ist, Wut und andere Gefühle immer erst mal da sein zu lassen und liebevoll anzunehmen. Stell Dir mal folgende Situation vor: Zwei Eltern gehen mit ihrem 5-jährigen Kind in einen Supermarkt. Dort sieht das Kind einen Lolli, den es unbedingt haben möchte. Die Eltern sagen aber nein. Das Kind wird wütend, fängt an zu schreien und um sich zu schlagen.

An dieser Stelle gibt es nun zwei Optionen: Erstens, die Eltern versuchen das Schreien ihres Kindes zu unterbinden oder zweitens, die Eltern lassen das Kind einfach schreien. Bei Letzterem darf das Kind seine Wut und Gefühle also liebevoll annehmen und durchleben. Und wenn sie draußen sind, sieht es vielleicht auf einmal irgendwas, worüber es sich nun wieder freut und die Situation von eben ist schon vergessen. Die Wut ist transformiert. Wenn im Gegenzug dazu die Wut, wie bei der ersten Option, unterdrückt wurde, dann werden wir uns die Wut später vielleicht nicht mehr erlauben und sie vielleicht sogar unser Leben lang unterdrücken.

Tiere z.B. ruhen sich eine Zeit lang aus, wenn sie ein Traumata erlebt haben. Sie drücken es nicht weg und machen nicht gleich weiter, wo sie aufgehört haben. Denn jeder benötigt Zeit, um so etwas zu fühlen und zu verarbeiten. Daran können wir uns ein gutes Beispiel nehmen.

An dieser Stelle lade ich Dich ein, Deine Wut zu fühlen und sie rauszulassen. Gehe z.B., wie ich einmal, in den Wald und schreie alles raus. Schreie so laut du kannst oder nimm einen toten Ast und haue in auf einen Stein oder den Boden. Lass alles heraus! Falls dort ein anderer Fußgänger sein sollte, sag ihm doch einfach, dass Du wütend bist und jetzt einmal alles rauslassen musst. Er wird das Gefühl sicher kennen und Verständnis haben. Und Du brauchst dir keine Gedanken machen, was er von Dir denken könnte – er weiß ja nun Bescheid. Wichtig ist, dass Du Deine Wut annimmst und sie nicht „weg machen“ möchtest. Es ist okay wütend zu sein!

Und das entscheidendste ist, Dich selber mit allen Gefühlen liebevoll anzunehmen und Dir zu sagen „ich bin auch liebenswert und auch in Ordnung, wenn ich wütend bin!“

Fange wie immer mit kleinen Schritten an. Teile Deinem Gegenüber mit, dass Du wütend bist und sei einfach mal wütend. Mute dem anderen Deine Gefühle zu, auch Deine Wut. Dies ist auch wertschätzend dem anderen Gegenüber.
Wenn Du merkst, dass Dich noch irgendwas blockiert, kannst du Dir natürlich professionelle Hilfe holen, eine Gefühlstransformationsbehandlung ( hier klicken ) oder Du buchst unseren Selbstliebe Kurs oder zunächst erst mal unser kostenloses Selbstliebe Seminar.

Teile mir gerne Deine Erfahrungen mit sowie Ideen, wie man Wut sonst noch lösen kann. Ich freue mich auf Dein Feedback!